Welche Eigenschaften hat Mondstein?

Mondstein

Mineralogisch ist der Mondstein ein Mitglied der Feldspat-Gruppe, der auch Edelsteine wie der Amazonit, der Orthoklas, der Sonnenstein und der Labradorit angehören. Wie alle Feldspate sind Mondsteine mit einer Moshärte von 6-6,5 nicht übermäßig hart. Gleichzeitig sind sie etwas druckempfindlich. Deshalb sollte man Mondstein-Schmuck durchaus vorsichtig behandeln.

Die Eignung des Mondsteins als Schmuckstein offenbart sich in dem mondschein-ähnlichen Glanz, den seine Cabachons zeigen. Dieses sogenannte Adularisieren ist ein weißer Schimmer, der den Schmuckstein je nach Blickwinkel überzieht. Der physikalische Grund  für das Phänomen sind Interferenzerscheinungen auf Grund der Lamellenstruktur des Mondsteins. Dabei kann der Stein verschiedene Farben annehmen, von farblos über rosa-beige bis zu hellem oder dunklem Grau.

Mondstein-Kristall

Manche Exemplare des Mondsteins zeigen den sogenannten Katzenaugeneffekt, eine Lichterscheinung, die an das schlitzartige Auge einer Katze erinnert. Sie entsteht durch die Reflexion des Lichts an parallel gelagerten Fasern, Nadeln oder Hohlräumen. Am wirkungsvollsten ist der  Effekt, wenn der Stein als Cabachon geschliffen wird. Beim Drehen des Edelsteins gleitet das Katzenauge über die Oberfläche des Steins hinweg.

 Ausgerechnet der bei den Schmuckliebhabern begehrteste Mondstein ist gar keiner. Der Regenbogen-Mondstein ist mineralogisch ein weißer Labradorit. Die schimmernde Fläche, die sich bei Beleuchtung eines Regenbogenmondstein-Rings unter oder neben dem Weiß des Schmucksteins zeigt, ist auch nicht weiß, sondern bläulich. Besonders schöne Steine dieser Richtung werden als flashy bezeichnet und sind bei entsprechender Beleuchtung mehr blau als weiß. Ein unter der Bezeichnung Madagaskar-Mondstein bekannter Stein ist ein fast durchsichtiger Oligoklas-Mondstein mit gleichzeitig kräftig blauem Schimmer und besonders beliebt. Warum der weiße Labradorit überhaupt als Mondstein bezeichnet wird? Der Grund ist eine Namenskonvention, die auf einer langen Tradition gründet. Und weil ihn so nennen, bleibt es halt dabei.

Es werden auch Imitate des Mondsteins angeboten. Dabei handelt es sich meist um synthetischen Spinell, gebrannten Amethyst  oder bläulich schimmerndes Kunstglas. Die eindeutige Identifizierung der Imitation ist nicht einfach, da man in diesem Fall eine gemmalogische Ausrüstung, im Fall der Glasimitation zumindest ein Mikroskop benötigt. Grundsätzlich trifft man aber bei Mondsteinen nicht oft auf Imitate, schon deshalb, weil Mondsteine zwar nicht allzu häufig sind, aber auch nicht so selten wären, dass sich Imitate lohnen würden.

Als Schmuckstein findet der Mondstein vor allem an Ringen Verwendung, aber auch als zentraler Bestandteil von Schmuckanhängern und Ohrringen. Favorit ist auch hier der Regenbogen-Mondstein. Und dabei werden durchaus nicht nur Cabachons genutzt, wie das gerne geschrieben wird. Auch Ringe, Ohrringe oder Anhänger mit facettierten Mondsteinen werden auf dem Markt angeboten. 


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